Evangelische Kirchengemeinde Hilgen-Neuenhaus von Wermelskirchen-Neuenhaus und Burscheid-Hilgen

Ostermarsch 2022

Für Frieden weltweit – Gegen den Krieg in der Ukraine

Wermelskirchener Ostermarsch am Ostermontag, 18. April 2022, Beginn 15 Uhr oberer Schwanenplatz

Es wird in Wermelskirchen nach mutmaßlich 36 Jahren wieder einmal einen Ostermarsch geben – Putins Einmarsch in der Ukraine war einem wachsenden Kreis engagierter Wermelskirchener um Forum-Herausgeber Wolfgang Horn und die beiden Journalisten Armin Himmelrath und Thomas Wintgen Verpflichtung, nicht länger gegen impfverweigernde „Spaziergänger“ auf die Straße zu gehen, sondern russische Kriegstreiber. Erwachsene Teilnehmerinnen und Teilnehmer, aber auch Kinder sind herzlich aufgefordert, Plakate oder Bilder für den Frieden zu schreiben und zu malen. Die Organisatoren bitten sehr herzlich darum, im Sinne gegenseitigen Infektionsschutzes auch im Freien eine Maske zu tragen.

Ähnlich wie bei der Wermelskirchener Erklärung vom Januar konnte der Arbeitskreis in erstaunlich kurzer Zeit erstaunlich unkompliziert das Einverständnis von Bürgermeisterin Marion Lück sowie von etlichen Kirchengemeinden, Vereinen und demokratischen Parteien einholen, die hinter diesem Ostermarsch stehen und gemeinsam zur Teilnahme aufrufen (offizielle Erklärung siehe hinter dem Programm).

Es rufen auf Bürgermeisterin Marion Lück sowie beide Stellvertreter Stefan Leßenich und Norbert Galonska, engagierte Menschen in der Vorbereitungs-Runde, Evangelische Kirchengemeinde Wermelskirchen, Katholische Kirchengemeinde St. Michael, Ev.-Freikirchliche Gemeinde Neuschäferhöhe, Ev.-Freikirchliche Gemeinde Dabringhausen, Ev. Kirchengemeinde Hilgen-Neuenhaus, CVJM Wermelskirchen, Treffpunkt Hoffnung e.V., Allgemeiner Fahrrad-Club (ADFC) Wermelskirchen-Burscheid, Bergischer Geschichtsverein Wermelskirchen, Bergische Zeitgeschichte (BZG) e.V., IG Metall Remscheid-Solingen, Jugendcafé (Markt), Kulturinitiative Wermelskirchen, Rollrausch, Verkehrs- und Verschönerungs-Verein (VVV) Wermelskirchen, Willkommen in Wermelskirchen sowie hiesige Parteigliederungen von Bürgerforum, CDU, FDP, Freie Wähler, Grünen, Linke und SPD.

Der Ablauf ist wie folgt geplant:

Beginn 15 Uhr oberer Schwanenplatz; hier spielt eine Gruppe des Ev. Posaunenchors Wermelskirchen; Armin Himmelrath wird die Menschen begrüßen und kurz von seinen ergreifenden Erlebnissen am Berliner Bahnhof berichten, wo Geflüchtete aus der Ukraine ankommen und auf Quartiere oder in Anschlusszüge geleitet zu werden. Von hier aus macht sich der Ostermarsch auf über die Hohe Straße auf die alte B 51 (Schwanen), über untere und obere Eich in die Telegrafenstraße vors Rathaus. Hier warten eine zweite Posaunenchor-Gruppe sowie der Stellvertretende Bürgermeister Norbert Galonska; er hat selber langjährige Ostermarsch-Erfahrungen und findet, dass es bei so vielen Kriegen auf der Welt – unter anderem dem fast unbeachteten in Jemen – eigentlich jedes Jahr Ostermärsche geben müsse.

Von hier aus geht es über Carl-Leverkus-Straße und Taubengasse in die Hüpp-Anlagen, am Quellenbad vorbei auf den Fahrweg zwischen den beiden Sportanlagen in den Biergarten von Haus Eifgen, wo die Kulturinitiative Wermelskirchen Borschtsch anbietet, die legendäre Rote-Bete-Suppe, für die sowohl Russland als auch die Ukraine „Urheberrechte“ beanspruchen.

Nach der Ansprache von Pfarrer Manfred Jetter (Vorsitzender der Evangelischen Kirchengemeinde Wermelskirchen) wird Armin Himmelrath – mit drei Berufsmusikern sprechen, die hier u.a. als Konzertmeister arbeiten – Misha Nodelman und Konstantin Gutmann stammen aus Russland, Oleksiy Velychko stammt aus der Ukraine. Sie sammeln auch für konkrete Projekte in der Ukraine. Zu einem würdevollen Abschluss des Ostermarsches spielen die drei ein Konzert für den Frieden in Europa.

 

Der Wortlaut des Aufrufes:

In Europa herrscht Krieg. Die meisten kennen das nicht; fast alle Menschen haben geglaubt, dass es nie wieder dazu kommen würde. Die hochgerüstete russische Armee schießt auf ukrainische Soldaten, Zivilisten und Kinderkrankenhäuser, bombardiert Städte. Zu hunderttausenden fliehen Mütter mit ihren Kindern in den Westen – auch nach Deutschland, auch nach Wermelskirchen.

 

Dieser Krieg betrifft alle Menschen in Europa, auch in Deutschland und in unserem Bergischen Land. Wir sind alle aufgerufen, uns gegen den Krieg in der Ukraine, für den Frieden in Europa einzusetzen – unabhängig von unseren politischen Überzeugungen, unserem Glauben, sozialem Status, Geschlecht. Alle. Wir alle werden die Folgen dieses Krieges zu spüren bekommen. Öl und Gas werden teurer. Dass es kaum noch Weizen aus Russland und der Ukraine gibt, wird eine Hungersnot nicht nur in ganz Afrika auslösen.

 

In Wermelskirchen sind die ersten Flüchtlinge eingetroffen. Das ist nur der Anfang. Es werden noch viele Menschen – vor allem Mütter mit Kindern – versuchen, nach Deutschland und Wermelskirchen zu kommen. Diese Menschen lassen alles zurück; sie brauchen Hilfe: Unterkunft, Kleidung, Hausrat, Geld, Ruhe, Zuspruch, Begleitung, ärztliche Hilfe. Kinder brauchen Kinder, die mit ihnen spielen, Plätze in Kindergärten, Schulen. Die Mütter brauchen Sprachkurse.

 

Die Anliegen der Menschen, die gegen die Klimakatastrophe kämpfen, drängt dieser Krieg in den Hintergrund. Stand eben noch die Corona-Krise gegen Aktivitäten gegen den Klimawandel, sind es heute die Kampfhandlungen. Die mit Covid 19 verbundene gesellschaftliche Krise wird der Krieg weiter verschärfen.

 

Darum ist es besonders wichtig, dass sich alle Menschen in unserer Stadt – Christen, Muslime, Juden, Buddhisten, Atheisten, Politiker, Geschäftsleute, Arbeiter, Angestellte, Schüler, Lehrer, Hausfrauen, Musiker, Handwerker, Pfarrer, Geimpfte und Ungeimpfte, Junge und Alte – gemeinsam gegen den Krieg wehren und sich für die sofortige Wiederherstellung des Friedens zwischen der Ukraine und Russland einsetzen.

 

Gerade in Deutschland – wir Deutschen haben im vergangenen Jahrhundert Europa und die ganze Welt zweimal mit verheerenden Kriegen überzogen – und im Wissen um die Verantwortung für die Erhaltung des Friedens allüberall ist die Verantwortung besonders groß, befinden sich doch zwei Länder im Krieg miteinander, die unter der Aggression Nazi-Deutschlands unerträglich gelitten haben.